St. Cyriaci-Kirchengemeinde Dorste


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Geistliches Wort

Berichte > Andachten




Müde sein - erlaubt

Müdigkeit und Erschöpfung haben sich breit gemacht. "Coronamüdigkeit“. Wir sind schon einen langen Weg gegangen. Und immer noch sind Geduld und langer Atem gefordert. Die Politikerinnen und Politiker beschwören das Licht am Ende des Tunnels. Aber irgendwie scheint dieser Tunnel doch noch verdammt lang zu sein! Natürlich, das ist nicht zu ändern. Jammern hilft nichts. Da muss man eben durch. Aber ich kann es verstehen, dass manche müde und gereizt und genervt sind. Und bin es selber manchmal. Und wenn dann noch die Frühjahrsmüdigkeit dazu kommt…

Mir kommt öfter eine kleine Szene aus dem Johannesevangelium in den Sinn. Jesus und seine Jünger sind unterwegs. Sie haben schon einen weiten Weg hinter sich. Und noch ein ganzes Stück vor sich. An einem Brunnen machen sie Rast. Das heißt, Jesus macht Rast. Seine Jünger gehen noch in den nächsten Ort, um Essen einzukaufen. Aber von Jesus heißt es nur: Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen. (Joh 4,6)

Ich finde das ganz schön: Jesus lässt die Müdigkeit zu. Und gönnt sich Ruhe. Er hat auch kein schlechtes Gewissen, die Jünger für sich laufen zu lassen. Das darf jetzt mal sein. Wir sind ja oft ganz gut darin, unsere Müdigkeit zu übergehen. Mit viel Kaffee. Oder Durchhalteparolen oder Selbstbeschimpfungen: "Jetzt lass dich mal nicht hängen! Was bist du für ein Jammerlappen! Was sollen denn erst andere sagen? Dir geht’s doch noch gut!“ Wir sind oft gut darin, uns unermüdlich immer weiter anzutreiben.

Aber nicht einmal Jesus war unermüdlich. Gott wurde Mensch. Und zu unserem Leben gehören auch Müdigkeit und Erschöpfung. Jesus hat das zugelassen und angenommen. Und sich gegönnt, was er brauchte. Er war barmherzig. Auch mit sich selber.

Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen. Vielleicht können wir uns ja manchmal innerlich danebensetzen. Wir dürfen müde sein. Wir dürfen das zulassen. Die müden Füße hochlegen. Weil wir schon einen weiten Weg hinter uns haben.

Und wir dürfen uns gönnen, was wir brauchen. Atem holen. Gepäck ablegen. Uns Gutes tun lassen.
Wie Jesus, der seine Jünger für sich gehen lässt. Nicht immer. Aber diesmal gönnt er sich das.

Ich wünsche Ihnen solche Momente am Brunnen, in denen Sie sich gönnen, was Ihnen gut tut!

Ihr und Euer Pastor Stefan Schmidt

Homepage | Video-GoDi | Berichte | Bilder | Termine | Spiel & Spaß | Zum Archiv | Förderverein | Kontakte | Gästebuch | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü