St. Cyriaci-Kirchengemeinde Dorste


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Wir sind füreinander da

"Wir sind füreinander da, indem wir Abstand halten.“ Dieses Motto der letzten Monate war für viele erst einmal überraschend. Normalerweise verbinden wir Liebe und Fürsorge ja mit Nähe. Einfach da sein, die Hand einer Kranken halten, jemanden in den Arm nehmen, jemanden besuchen – immer geht es da um Nähe. Dass Abstand Ausdruck von Liebe sein kann, erscheint auf den ersten Blick befremdlich.

Auf den zweiten Blick finde ich das aber auch wieder ganz einleuchtend. Und zwar nicht nur, wenn es ums Ansteckungsrisiko geht.

Zunächst mal: Nähe tut ja nicht immer gut. Manchmal fühlen wir uns bedrängt, wenn uns jemand zu sehr "auf die Pelle rückt“ oder "gegen die Wand drückt“. Jemand kann uns "zu nahe treten“. Zu viel Nähe kann einengen oder Grenzen verletzen. Für eine gute Beziehung ist auch Abstand wichtig. Wir brauchen Freiraum. Luft zum Atmen.

Zum Beispiel bei der Erziehung. Wenn zu wenig Nähe da ist, fühlen sich die Kinder vernachlässigt. Es gibt aber auch die andere Gefahr: Helikoptereltern, die ständig über ihren Kindern kreisen und auf sie aufpassen. Das kann erdrückend sein. Kinder brauchen auch Freiraum. Raum, um sich selber entfalten zu können. Auch, um eigene Fehler zu machen.

In Freundschaften und Paarbeziehungen machen manche die Erfahrung: "Es tut uns nicht gut, wenn wir ständig aufeinander hocken. Wir brauchen auch Abstand. Freiraum. Sonst gehen wir uns nur auf die Nerven. Sonst ersticken wir.“

Zur Liebe gehört Nähe. Zur Liebe gehört es aber auch, dem oder der anderen Freiraum zu lassen.

Sowieso ist Abstand nichts Schlimmes. Viele fahren in den Urlaub, um "Abstand zu gewinnen“ von ihrem Alltag. Einfach mal raus! Das brauchen wir manchmal. Abstand kann ein Gewinn sein!

Auch Gottes Liebe hat beide Seiten. Er ist uns nahe wie die Luft, die uns umhüllt und die wir atmen: "Fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg 17,27-28) Und er lässt uns Freiraum und Weite: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ (Ps 31,9b)

Neulich meinte eine Frau: "Social Distancing? Unsinn! Ich distanziere mich nicht. Sondern ich lasse den anderen Raum!“

Ich wünsche Ihnen/Euch eine gute Balance zwischen Nähe und Freiraum!

Ihr und Euer Pastor Stefan Schmidt

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